Tagebuch

Ich schreibe ein Buch über sieben Jahre, die mich von 155 Kilogramm und Methamphetamin dorthin gebracht haben, wo ich heute bin. Hier lege ich ab, was dabei entsteht.

Das sind drei Arten von Texten.

Aus dem Buch. Momente, die ich erlebt und jahrelang verdrängt habe. Manche kommen ganz hinein, andere fallen heraus und bleiben nur hier.

Über das Schreiben. Wo ich steckenbleibe und was passiert, wenn ich in Jahre zurückkehren soll, in die ich nicht zurückkehren will.

Über das Verlegen. Was es bedeutet, ein Buch im Selbstverlag herauszubringen. Was es kostet, was ich darüber nicht wusste und genau wo ich gerade stehe.

Das ist kein Ratgeber. Es ist nur das, was passiert, während das Buch entsteht.

  • Startnummer 29 — das erste Rennen

    17. September 2017. Beh Zubrohlavským chotárom, zweite Ausgabe. Auf meiner Startnummer steht die 29 und auf dem Zielfoto halte ich eine Medaille in der Hand.

  • Das dritte Unterkapitel

    Diese Woche habe ich eines der schwierigsten Unterkapitel des ganzen Buches geschrieben. Im letzten Kapitel, das ich gerade schreibe, wird es davon mehr geben — es ist ein Kapitel, in dem sich alles, was ich bisher beschrieben habe, zusammenfügt.

  • Tante Majka und das Loch im Eis

    Im Januar 2021 stand ich bis zur Hüfte im kalten Wasser eines zugefrorenen Sees, mit einem Stück Eis in den Händen, umgeben von Menschen, mit denen ich mich in diesem Winter regelmäßig zum Eisschwimmen traf. Auf dem Foto sieht es einfach aus — ein Typ im Eis, eine etwas amüsante Aufnahme. Aber dahinter verbirgt sich ein Stück Weg, das es wert ist, erzählt zu werden.

  • Die Idee, die zweimal kam

    Vor acht Jahren sagten mir Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit, ich sollte ein Buch schreiben. Wir saßen zusammen und ich erzählte ihnen, was ich bis dahin erlebt hatte — das Leben auf der Straße, ein halbes Jahr ohne Gehalt, wie ich mir das Programmieren selbst beigebracht hatte, obwohl ich in der Schule als Koch durchgefallen war. Ich war damals völlig verloren, ab und zu nahm ich Methamphetamin. Trotzdem kam mir die Idee gut vor, auch wenn es mit dem Leben, das ich damals hatte, damals nur ein Fiasko geworden wäre.

  • Erster Schritt

    8. Juni 2020. Um halb zwölf stand der Karton auf der Treppe. Um fünf Uhr nachmittags stand das Laufband im Wohnzimmer.

  • Erster Eintrag

    19. August 2021, 16:06. Ich sitze im Fabia, drehe mich um und jemand fotografiert mich. Bauch am Lenkrad, Gurt darüber. Ich habe nicht posiert, nicht damit gerechnet. So entstehen die Fotos, auf denen man einen Menschen wirklich sieht.