Die Idee, die zweimal kam

Jozef Môstka pri kuchynskom stole s misami so zeleninou pri zavaraní — fotografovaný bez varovania, usmieva sa.

Vor acht Jahren sagten mir Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit, ich sollte ein Buch schreiben. Wir saßen zusammen und ich erzählte ihnen, was ich bis dahin erlebt hatte — das Leben auf der Straße, ein halbes Jahr ohne Gehalt, wie ich mir das Programmieren selbst beigebracht hatte, obwohl ich in der Schule als Koch durchgefallen war. Ich war damals völlig verloren, ab und zu nahm ich Methamphetamin. Trotzdem kam mir die Idee gut vor, auch wenn es mit dem Leben, das ich damals hatte, damals nur ein Fiasko geworden wäre.

Dieselbe Idee kam mir acht Jahre später wieder. Inspiriert wurde sie durch eine konkrete Situation — schön, etwas lustig, mit einem Kollegen und einer Wette, die ich mit ihm eingegangen war. Es ist eine der wenigen Passagen im Buch, bei denen ich beim Schreiben selbst gelacht habe. Ich hebe sie mir für das Kapitel auf, in das sie gehört.

Der Unterschied zwischen damals und heute ist einfach: Damals hatte ich eine Idee ohne Geschichte. Heute, wo ich fünf von sechs Kapiteln fertig habe, habe ich eine fast vollständige Geschichte. Das vorherige Kapitel habe ich vor einem Jahr fertiggestellt, letzten Mai — damals war die Geschichte noch nicht vollständig. Das Kapitel, das ich jetzt schreibe, ist das, in dem sie sich vollständig schließt.

Warum ich jetzt darüber schreibe

Als ich über diesem Teil des Buches saß, wurde mir etwas klar, was ich vorher nicht so klar gesehen hatte — dass dieselbe Idee zweimal durch denselben Kopf gehen und zwei völlig unterschiedliche Dinge bedeuten kann. Das erste Mal war es eine Flucht vor dem eigenen Leben. Das zweite Mal war es die Anerkennung, dass man dieses Leben bereits laut aussprechen kann.

Das ist eigentlich auch der Grund, warum ich dieses Buch schreibe — nicht um zu beweisen, dass „alles möglich ist", sondern um zu zeigen, was es wirklich gekostet hat.

Ich schreibe darüber im Buch — Kapitel Das Leben ist schön, Unterkapitel Alles ist möglich.