Der Tag, an dem ich so tat, als wäre ich Schriftsteller
6. Januar 2025, Montag, 11:11 Uhr. So steht es in der Ecke des Bildschirms auf dem Foto, das ich an jenem Tag im Café gemacht habe.
Ich wartete in der Stadt auf Hanka, bis sie mit der Arbeit fertig war, und hatte zufällig meinen Laptop dabei. Also ging ich in ein Café, bestellte Tee und sagte mir: Ich spiele jetzt Schriftsteller. Wer wollte sich nicht wenigstens einmal wie ein echter Schriftsteller fühlen? In einem Café bei einer Tasse Tee sitzen und ein Buch schreiben?
Die ersten Unterabschnitte hatte ich Anfang Dezember 2024 zu Hause geschrieben. Das war das erste Mal, dass ich woanders als an meinem eigenen Schreibtisch schrieb. Und genau in diesem Café beendete ich den letzten Unterabschnitt des ersten Kapitels. Das Kapitel heißt Das Leben eines Stubenhockers und dieser Unterabschnitt Der Wendepunkt.
Darin schreibe ich auch über ein Video, das mich damals angespornt hat — [https://www.youtube.com/watch?v=ZXsQAXx_ao0](Shia LaBeouf, „Just Do It"). Wenn du es gesehen hast, weißt du, dass es seltsam, gekünstelt und unglaublich klingt. Ein Typ schreit in die Kamera, man solle seinem Traum folgen. Doch damals wurde es zu einem Mantra für mich, das ich genau in dieser Form brauchte.
Dabei hatte ich nie den Traum, in einem Café zu sitzen und ein Buch zu schreiben. Ein Traum ging in Erfüllung, von dem ich nie geträumt hatte. Solche erfüllten, ungeträumten Träume beschreibe ich im Buch mehr, vor allem in den späteren Kapiteln — und sie sind das Beste, was mir je passiert ist.
Der größte von ihnen kam mir an jenem Tag nach der Arbeit entgegen. Ich klappte den Laptop zu und wir gingen zusammen im Schlosspark spazieren.