Was kostet der Druck eines Buches? 14 Angebote
Das Buch wird physisch existieren, also muss es jemand drucken. Und da ich im Selbstverlag veröffentliche und die Kampagne einen genauen Zielbetrag braucht, brauchte ich genaue Preise im Voraus — keine Schätzungen.
Ich habe vierzehn slowakischen Druckereien geschrieben, von Bratislava bis Košice. Ich habe keine Massen-E-Mail verschickt — jede bekam eine eigene Anfrage mit zehn konkreten Fragen: Preis für 200, 300 und 500 Exemplare, Nachdruckpreis in einem halben Jahr, Lieferzeit, Dateiformat-Anforderungen, Aufpreis für eine farbige Beilage, Lieferung in die Region Orava, Möglichkeit eines Probedrucks.
Das Briefing war für alle gleich: A5, Softcover mit Klebebindung V2, schwarz-weißer Innenteil auf Offsetpapier, vollfarbiger Einband mit Mattlaminierung, 16-seitige farbige Fotobeilage auf Kunstdruckpapier.
Günstigstes Angebot für 500 Exemplare: 1.345 €. Teuerstes: 2.202 €. Unterschied 857 €, also 64 Prozent — für ein identisches Buch. Eine Druckerei schickte mir ein Angebot mit der falschen Mehrwertsteuer: 23 % statt 5 %, die seit 2025 für Bücher gilt. Eine andere hatte in ihrem Angebot einen offensichtlichen Tippfehler — 300 Exemplare kamen bei ihr teurer als 500. Ohne Vergleich hätte ich beides nicht entdeckt.
Die größte Überraschung steckt aber nicht in den Druckkosten. Der Druck macht weniger als die Hälfte dessen aus, was das Veröffentlichen eines Buches tatsächlich kostet. Dazu kommt der Satz — das Layout des Textes in seine endgültige Seitenform (220–400 €), das Cover-Design (ab 100 €), das Lektorat (1,50–3,50 € pro Normseite — eine Normseite sind 1.800 Zeichen, die Standardmaßeinheit für Textumfang) und das separate Redigieren. Redigieren und Lektorat sind zwei verschiedene Handwerke und sollten von zwei verschiedenen Menschen gemacht werden — das wusste ich vor einem halben Jahr auch noch nicht. Und dann das Porto: 200 Bücher über die Druckerei zu verschicken kostet ungefähr das Doppelte im Vergleich zu Paketdienstleistern.
Nebenbei lernte ich ein Vokabular kennen, von dem ich nicht wusste, dass es existiert. Beschnittrand (Anschnitt): ein drei bis fünf Millimeter breiter Grafiküberschuss über den Seitenrand, damit nach dem Zuschneiden kein weißer Streifen entsteht. Andruck: ein Probedruck, bevor die gesamte Auflage gestartet wird. PUR-Kleber: flexibler als normaler Leim, das Buch lässt sich besser aufschlagen — und braucht 48 Stunden zum Trocknen, bevor es die Druckerei verlassen darf.
Die endgültige Druckerei wähle ich, sobald ich nach der Kampagne die tatsächliche Auflage kenne. Angebote sind nur wenige Wochen gültig, also komme ich darauf zurück. Bisher gilt eines: Ein Buch lässt sich für vernünftiges Geld drucken — wenn man sich die Mühe macht und mehr als eine Druckerei fragt.